Adlehm's Blog

22/05/2011

Hochschulstudium oder Weiterbildung? Der Link der Modularisierung.

Mein Rahmenthema bei der Erarbeitung von Prüfungsfragen für das E-Assessment im BP-Kurs war die Weiterbildung in der Schweiz, d.h. der Bildungsbereich, der sich mit folgenden Worten beschreiben lässt:

  • lebenslanges Lernen
  • informelles Lernen
  • nicht-formale Bildung
  • allgemeine Weiterbildung
  • berufsorientierte Weiterbildung
  • berufsorientierte Fortbildung und Umschulung
  • Quartärbereich.

Das ist ein weites Feld und lässt sich vielleicht am ehesten so zusammenfassen, dass es das Lernen von Erwachsenen beschreibt, die nach einer unterschiedlich langen ersten Bildungsphase den organisierten Lernprozess aus beruflichen Gründen oder persönlichem Antrieb fortsetzen oder wiederaufnehmen.

Dann darf ich mich also ein sich stetig weiterbildender Erwachsener bezeichnen, denn ich habe einige Weiterbildungen nach meiner Schul- und Studienzeit auch berufsbegleitend durchlaufen und bin jetzt mit meinen didaktischen Studien an der PHTG wieder zu neuen Ufern unterwegs. Bei manchen Zeitgenossen trifft frau damit auf Unverständnis. Das Konzept des „lifelong learning“ hat sich eben noch nicht überall herumgesprochen. Bedenke man doch: „wer rastet – der rostet“ – auch im Kopf!

„Früher wurde die Weiterbildung – vor allem die allgemeine – auch Erwachsenenbildung genannt. Da diese von den Institutionen (Bund, Kantonen) gerne etwas vernachlässigt bis belächelt wurde, setzt sich der Schweizerische Verband für Erwachsenenbildung (SVEB) dafür ein, den Begriff Erwachsenenbildung konsequent mit dem Begriff Weiterbildung zu ersetzen“ und hat sich daher auch selbst in Schweizerischer Verband für Weiterbildungumbenannt (vgl. auch Emil Wettstein, Philipp Gonon: Berufsbildung in der Schweiz).

Für meine jüngeren Mitstudierenden ist das Studium zur Lehrperson Sekundarstufe II natürlich die Tertiärstufe d. h. ihre erste höhere Berufsausbildung nach der obligatorischen Schule und der Matura. Aber es gibt genauso viele ältere Mitstudierende, die sich in verschiedenen Lebensphasen zu diesem Studium (in Vollzeit oder berufsbegleitend über mehrere Semester) entschlossen haben. Ich habe mich daher gefragt, was ermöglicht es beiden Zielgruppen, diesen Ausbildungsgang trotz unterschiedlicher persönlicher Voraussetzungen, Präferenzen und Ressourcen zu durchlaufen.

Die Antwort ist: das organisatorische Gestaltungsprinzip der Modularisierung des Studienganges. Dies ist mir erst beiläufig beim Erarbeiten des Themas Weiterbildung für das E-Assessment bewusst geworden. Wettstein und Gonon schreiben dazu: „Was in der beruflichen Grundbildung die Ausnahme darstellt, ist in der Weiterbildung der Normalfall: die Modularisierung.“

Die PHTG als Bildungseinrichtung der Tertiärstufe hat hier ein probates Mittel gefunden, um heterogenen Zielgruppen die Möglichkeit zur Lehrerausbildung zu geben und dem Lehrermangel entgegen zu wirken. Lernmodule bieten „Gelegenheiten“ zum selbstbestimmten, selbstorganisierten Lernen in unterschiedlichen Zeitfenstern.

Für Wieder- oder Quereinsteiger mag man das Studium formell „Weiterbildung“ nennen, aber auf die Bezeichnung kommt es gar nicht an. Wichtig ist, dass unter dem Aspekt des lebenslangen Lernens „Lerngelegenheiten“ geschaffen werden, wo die gewünschte Bildung jedem ermöglicht wird – sofern er gewisse Zulassungsvoraussetzungen den Bildungsstand betreffend erfüllt – egal welchen Alters, ob berufstätig oder noch Mutter und Hausfrau.

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