Adlehm's Blog

21/06/2011

Selbstreflexion zum Lernauftrag „Blog“ und andere Einsichten zum BP-Modul

Das ist nun mein letzter Eintrag. Dieser Leistungsnachweis des „Bloggens“ für das Modul Berufspädagogik wäre damit erst einmal abgeschlossen. 15 Einträge zu relevanten und berufspädagogischen Themen von sprachlich und inhaltlich hoher Qualität sollten gemacht werden. Ich glaube diesem Anspruch bin ich gerecht geworden. Weniger „gerecht“ 🙂 sind die mickrigen 20 LP, die es für diesen Mordsaufwand maximal zu erreichen gibt. Wenn ich vorher gewusst hätte, was mir da an Tag- und Nacht-Reflexionen blüht (besonders, wenn frau so eine blühende Phantasie und nur so herum-assoziierende Synapsen im Hirn hat), na dann hätte ich mir wohl gleich andere Aufgaben gesucht, die etwas zügiger zu erledigen gewesen wären.

Aber nein, ich will ja überhaupt nicht meckern. Nichts im Lernen ist umsonst. Und da ich eindeutig ein „intrinsisch motivierter Schüler“ bin (wie mir eindrücklich in den „Motivations-Vorlesungen“ im 2. Semester des Moduls „Einführung in die Erziehungswissenschaften und Empirische Bildungsforschung“ sehr frontal vermittelt wurde 🙂 !!!), habe ich das Tool in vielerlei Hinsicht schätzen gelernt.

Der Blog kann auch gut zur Prüfungsvorbereitung eingesetzt werden. Den „Lernstoff“ zu reflektieren und so zu strukturieren, dass er in kurze knappe treffende Sätze gebracht wird, hilft gleichzeitig, ihn tiefer im Langzeitgedächtnis abzuspeichern, um ihn dann hoffentlich in passenden realen Situationen (und nicht nur zur Prüfung) abrufbereit für Handlungsalternativen im pädagogischen Kontext zu haben.

Theorie ist das eine, aber den Praxistest als Lehrer wirklich bestehen, ist etwas ganz anderes. Die Lektüre von „Einfach Systemisch“ hat mir hierbei viele praktische Anregungen gegeben, wie das Idealbild des Lehrers als Lernbegleiter, Coach und Manager über einen „systemischen Blick“ auf Schüler und Schule umgesetzt werden kann.  Systemisch denken lernen heisst, Personen in ihren verschiedenen Beziehungssystemen quasi von der Meta-Ebene aus zu betrachten und zu wissen, dass sie nur das Verhalten an den Tag legen, welches sich aus den gegenseitigen Beziehungen und Beeinflussungen der Personen des sozialen Systems und der jeweiligen Umwelt ergibt. Die Zuweisung von festen Eigenschaften (wie z.B.: Er ist ein fauler Schüler.) ist falsch, weil sein Verhalten ganz andere Ursachen haben kann (wie z.B.: Er passt am Abend auf die kleinen Geschwister auf, weil die alleinerziehende Mutter dann nämlich noch einen Putzjob zu erledigen hat). Zirkuläre Fragen helfen dann, den Blick zu weiten und den betroffenen Schüler zu zukunfts- und lösungsorientieren  Handlungen anzuregen.

In diesem Sinne werde ich mich wohl mein Leben lang an das lehr- und lernreiche BP-Modul zurückerinnern, in dem ich mit so vielen Handlungprodukten des Lernens als Leistungsnachweise beschäftigt war und die mir bis dahin teilweise sehr fremd waren: Blog, Posterpräsentation, Online-Diskussionen, E-Assesment, Fallstudie, Interview, E-Portfolio auf Mahara, Moodle und Illias, Buchzusammenfassungen, Erstellung von Lernjobs und Lernmaterialen. Und nicht zu vergessen die „Nicht-Produkte“ – nämlich die vielen Lern-Reflexionen in jeder Gehirnwindung! 🙂 Lernen ist ja am Ende doch ein ganz individueller Prozess und lässt sich nicht notwendigerweise an Leistungsnachweisen erkennen.

Vielen Dank auch meinen vielen verschiedenen Lernpartnern auf dieser Bildungsreise – ganz besonders aber Simon für die intensive gegenseitige Lernbegleitung (selbst noch zu fortgeschrittener Stunde) und Max Woodtli – unserem Modul-Leiter und Coach.

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